Prächtige Landschaft und bewegte Vergangenheit
Direkt ab der deutsch-dänischen Grenze beginnt sie, die südliche Ostsee Dänemarks. Aber wer nun denkt, dass das hier ja eigentlich noch Norddeutschland ist: weit gefehlt! Besonders diese Region ist geprägt von einem stolzen Schlag der Dänen, den Sønderjysker (zu Deutsch Südjüten), die neben historischen Traditionen wie dem Ringreiten vor allem auch einen ganz eigenen, urtümlichen Dialekt pflegen. Diese charmante Erscheinung wird zudem gestützt durch eine sanft geschwungene Landschaft, deutlich geprägt von der letzten Eiszeit und natürlich auch von der Ostsee, die hier quasi vor der oftmals bunt gestrichenen Haustür liegt.
Jedoch, es war nicht immer leicht für diese malerische Region; heftige Kriege wüteten in den letzten Jahrhunderten über die Köpfe der Bevölkerung hinweg, die manches Mal meinte, eigentlich gar keine Identität mehr zu besitzen, so oft wechselte hier die Herrschaft zwischen Dänemark und Deutschland hin und her. Auch heute noch leben in Grenznähe auf der dänischen Seite die Nordschleswiger, die deutsche Minderheit in Dänemark, und auf der deutschen Seite die Südschleswiger, die dänische Minderheit in Deutschland. Statt Konfliktpotential wie einst ist die Kommunikation im Grenzbereich aber inzwischen interessiert und freundschaftlich und es gibt sogar einen eigenen Kulturverein, der sich für die Bewahrung der gemeinsamen Bräuche und des herrlich eigentümlichen Dialekts einsetzt.
Die südliche Ostsee Dänemarks macht Lust aufs Erleben
Schon allein durch diese sehr stürmische Vergangenheit gibt es im südlichen Teil von Dänemarks Ostseeküste so einiges zu erleben, hinzu kommen aber auch noch interessante Orte; in Teilen auf der idyllischen Insel Als (zu Deutsch Alsen) und auf dem Festland gelegen befindet sich zum Beispiel die malerische Hafenstadt Sønderborg, in der eine Skulptur von Günter Grass steht und die mit ihrem kulturellen Angebot so einiges über die Historie Südjütlands zu berichten weiß, während das schnuckelige Örtchen Christiansfeld seit 2015 auf Grund seiner berühmten Gründerväter zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört und auf der wunderschönen Märcheninsel Fünen wurde einst der in aller Welt bekannte Dichter und Schriftsteller Hans Christian Andersen geboren.
Lebendige Städtchen wie Aabenraa, Hadersleben und Kolding auf dem Festland sowie Odense, Bogense, Faaborg und Svendborg auf der Insel Fünen laden zudem zum ausgiebigen Shoppen und gemütlichen Verweilen ein und wer auf der Suche nach totaler Ruhe und ungestörten Naturerlebnissen ist, der sollte den beiden landschaftlich reizvollen Inseln Langeland und Ærø unbedingt mal einen Besuch abstatten. Grundsätzlich kann dazu gesagt werden, dass sich an der dänischen südlichen Ostseeküste überall wunderschöne Ausflüge in der Natur unternehmen lassen, denn es gibt ein sehr gut ausgebautes Netz an Rad-, Wander- und Reitwegen und natürlich dürfen die zahlreichen kinderfreundlichen und einladenden Badestrände nicht unerwähnt bleiben.